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Tippgemeinschaften für Lotto
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Sportwette
Stand August 2007 Partner |
8.1.2. Lotto-Tipp-GemeinschaftenNeben dem Tippen der eigenen persönlichen Glückszahlen am wöchentlichen Lotto haben sich schon immer Freunde, Arbeitskollegen oder Vereine zu Tippgemeinschaften zusammengeschlossen, um gemeinsam dem Glück des Lotto-Millionärs hinterher zu jagen. Während bei diesen Beweggründen vorwiegend die Hoffnung auf den gemeinsamen Reichtum der Zusammenschluss für eine Tippgemeinschaft geprägt ist, so gibt es auch gewerblich organisierte Tippgemeinschaften. Diese Form der Tippgemeinschaft wird auch als gemeinsames Gewinnsystem bezeichnet. Wenn der „normale“ Tipper seinen Tippschein ausfüllt, so werden in der Regel Tipps abgegeben, die eine Vielzahl von Spielern ebenfalls spielen. Dies sind:
Aus diesem Grunde werden Zahlen definiert, die eine höhere Wahrscheinlichkeit des Eintreffens bieten sowie von den meisten Tippern weniger getippt werden. Somit wird die Gewinnwahrscheinlichkeit durch Ausschluss persönlicher Präferenzen und Vorlieben eliminiert und somit die Gewinnwahrscheinlichkeit erhöht. Ein Beispiel für einen kleinen System-Tipp bei €33,- Einsatz: Sie nehmen Ihre 5 Glückszahlen als „Bank“. D.h. diese 5 Zahlen nehmen Sie für jede Tippreihe. Als fehlende 6. Zahl nehmen Sie jeweils die noch nicht gesetzten 44 Zahlen (von insgesamt 49 Zahlen bei 6 aus 49). Dies bedeutet, dass insgesamt 44 Tippreihen ausgefüllt werden müssen Die Bank sei:
Sollten nun die 5 Glückszahlen gezogen werden, so hat man automatisch:
Die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen nicht höher als jeder andere Tipp, aber schon bei 3 Richtigen hat man den Einsatz mehr als raus. Die Beschäftigung mit diesen Systemen, die Analyse der Häufigkeit, wann und wie oft welche Zahlen gezogen worden sind, ist das Know How der Systemanbieter. Diese ermitteln die „perfekten“ Zahlen und organisieren das Ausfüllen einer Vielzahl von Lottoscheinen inkl. der Abgabe bei der Lotto-Toto-Annahmestelle. Für die Teilnahme an einem System wird ein Betrag abhängig von der Anteilsgröße gezahlt. Der Teilnehmer ist Mitglied in einem eingeschränkten Kreis von Mitspielern und zahlt seine Gebühr regelmäßig über einen längeren Zeitraum. Erzielte Gewinne werden dem Gewinnkonto gutgeschrieben und mit folgenden neuen Spieleinsätzen verrechnet. Bei seriösen Systemwettanbietern werden die getippten Zahlen des Systemanbieters den Mitspielern mitgeteilt, damit diese die Zahlen mit der entsprechenden Ziehung vergleichen können. Ebenso wird die Anzahl der Mitspieler deutlich gemacht und somit der Anteil am Gewinn erkennbar gemacht. Die Haupteinnahmequelle des Systemwettanbieters ist die Erhebung einer Bearbeitungsgebühr für die Organisation und Abwicklung der Systemwette. Diese Gebühr sollte eindeutig ausgewiesen werden und als Vergleichsgröße zwischen den einzelnen Anbietern herangezogen werden. Als Beispiel kostet ein Anteil an einer Tippgemeinschaft den Spieler €69,90 im Monat.
Die Aufteilung des Nettobetrages von €60,26 könnte im folgenden Verhältnis stattgefunden haben:
Im Durchschnitt werden 9% bis 28% der eingesammelten Gelder für den Kauf von Systemwettscheinen verwendet. In dem oben genanntem Beispiel wurden 20% der eingesammelten Gelder in das Lotto gegeben und 80% verbleiben als Servicepauschale in der Tippgemeinschaftsgesellschaft. Zusätzlich zu der Servicepauschale kann die Tippgemeinschaftsgesellschaft noch an den Provisionen partizipieren, die eine Lotto-Toto-Annahmestelle in der Regel für die Annahme von Lottoscheinen erhält. Diese sind je nach Umsatzhöhe um die 7,5% des Tippscheinbetrages. In dem Beispiel als 7,5% von €12,05 aufgeführt und somit erhöht sich die Gesamt-Provisionseinnahme um €0,90 auf insgesamt €49,11. Ab dem 01.Juli 2005 müssen die Systemanbieter mindestens zwei Drittel der eingesammelten Gelder auch für den Kauf von Systemtippscheinen verwenden. Das verbleibende Drittel dürfen die Systemwettanbieter für Verwaltung, Marketing und Organisation der Tippgemeinschaften verwenden.
Diese Regelung wird einige Systemwettanbieter vor große Probleme stellen. Im Durchschnitt müssen für die Gewinnung eines Neu-Kunden ca. €50,- kalkuliert werden. Die durchschnittliche Dauer dieser Mitgliedschaft innerhalb einer Tippgemeinschaft beträft ca. 3 bis 4 Monate. Innerhalb dieser Zeit muss mind. der Betrag für die Kundengewinnung erwirtschaftet werden. Wenn neben den Marketingkosten die weiteren Kosten für die Verwaltung der User, das Ausfallrisiko für Rücklastschriften und Zahlungsverweigerung berücksichtigt werden, so kann eine Tippgemeinschaft nur profitabel arbeiten, wenn max. 30 bis 40% der Gelder für den Systemtipp verwendet werden. Zur Ehrenrettung der Systemwettanbieter sei aber gesagt, dass 95% aller 6 Richtigen des deutschen Lotto-Toto-Blocks per System-Tipps gewonnen worden sind. Die Neuregelung ist auf Drängen des deutschen Lotto-Toto Blocks entstanden, die sich dadurch eine Umsatzsteigerung versprechen. Es ist aber zu befürchten, dass die Systemwetter nur Lotto gespielt haben, weil Tippgemeinschaften ihnen die Abgabe eines Lottozettels erleichtert haben, und diese Spieler nun nicht mehr spielen werden. Durch die unterbleibenden Vertriebsaktivitäten der Tippgemeinschaften dürfte in der Summe ein Umsatzrückgang für den deutschen Lotto-Toto-Block zu erwarten sein. Die Ambitionen des deutschen Lotto-Toto-Blocks diese Neuregelung herbei zu führen, verwundern auch deshalb, weil in den Jahresberichten der einzelnen Lotteriegesellschaften regelmäßig auf die enormen Einnahmen durch die Tippgemeinschaften verwiesen wird. Ebenso wird der erhebliche Umsatzrückgang im Lottogeschäft einer Landeslotterie (z.B. Lotto Hessen) durch das Abwandern einer Tippgemeinschaft und der damit verbundenen Abgabe der Lottoscheine zu einer anderen Landeslotterie wie z.B. Lotto Brandenburg dokumentiert. Der zu erwartenden Einbruch des Marktes für Tippgemeinschaften führt dazu, dass zahlreiche kleinere Tippgemeinschaften Ihren Bestand an größere Anbieter verkaufen oder nach neuen Lösungen suchen werden. Ein Lösungsansatz kann die Kombination mit anderen Wett-Produkten sein. Die Netto €60,26 werden zu je 50% für den Anteil einer Lotto-Tippgemeinschaft verwendet und die restlichen 50% für ein anderes Gewinnspiel.
Somit können die Serviceeinnahmen der Tippgemeinschafts-Gesellschaft auf ein marktfähiges Niveau angehoben werden. Anbieter von Tippgemeinschaften/Systemtipp-Anbieter (englische Bezeichnung: Syndicate) sind in Deutschland:
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